Aufbau eines Windparks: So entsteht ein Windpark
Wie entsteht eigentlich ein Windpark? Wir haben die wichtigsten Schritte von der Auswahl des Standortes, über den Aufbau bis hin zum Anschluss ans Stromnetz zusammengefasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Aufbau eines Windparks beginnt mit der Auswahl eines geeigneten Standorts und der Messung der Windgeschwindigkeit.
- Vor der Errichtung werden unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie der Wegebau und die windparkinterne Verkabelung durchgeführt.
- Beim Bau der Windkraftanlagen werden zunächst die Fundamente errichtet, danach folgen Türme, Gondeln und Rotorblätter.
- Nach der Installation werden die Windkraftanlagen elektrisch angeschlossen und Funktions- und Sicherheitstests durchgeführt.
- Beim Windpark Trumau vergingen von der Projektplanung bis zur Inbetriebnahme zehn Jahre.
Von der Planung bis zur Errichtung eines Windparks können mehrere Jahre vergehen. Beim Windpark Trumau vergingen von der Projektplanung bis zur Inbetriebnahme beispielsweise zehn Jahre. Das liegt daran, dass von der Auswahl des richtigen Standorts, über die Errichtung einer Infrastruktur bis hin zum millimetergenauen Einfädeln der Rotornabe viele Dinge bedacht werden müssen.
Die Auswahl des richtigen Standorts

Alles beginnt mit der Auswahl des richtigen Standortes. In den verschiedenen Landesgesetzgebungen ist meistens ein Mindestabstand zum nächsten gewidmeten Bauland vorgesehen. Ist ein entsprechender Standort gefunden, muss ermittelt werden, ob es dort überhaupt genug Wind gibt.
Die Anlage wird nur gebaut, wenn sie langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann. Ein Jahr lang werden dafür auf einem ca. 100 Meter hohen Windmessmast die Windgeschwindigkeiten ermittelt. Ist der Wind zufriedenstellend, ist ein erster wichtiger Schritt in der Projektentwicklungsphase geschafft.
Aufbau des Windparks Schritt für Schritt
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umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung
In Abstimmung mit den Standortgemeinden folgt eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung – auf Basis der verschiedenen Schutzgüter werden eine Vielzahl von Gutachten erstellt und die Auswirkungen des Projektes unter Federführung der jeweiligen Landesbehörde untersucht und bewertet. Unter anderem wird auch die Ornithologie berücksichtigt.
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Vorbereitungen für die Errichtung
Zu Beginn erfolgt die windparkinterne Verkabelungg und der Wegebau. Die Wege sind schwerlastfähig entlang von detaillierten Spezifikationen zu errichten, damit die Kräne und Bauteile angeliefert werden können. Ebenfalls exakt nach Spezifikation des jeweiligen Windkraftanlagenherstellers sind die Kranstellflächen zu errichten.
Diese Stellflächen müssen komplett eben sein und eine ausreichende Tragfähigkeit aufweisen. Die Errichtung der Infrastruktur ist neben der eigentlichen Anlageninstallation eine der größten Baumaßnahmen.
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Bau der Turbinen
Die Turbinen werden schrittweise errichtet. Zu Beginn erfolgt der Fundamentbau. Die Fundamente werden je nach Bodenbeschaffenheit beispielsweise auf Betonpfählen errichtet, die sechs bis acht Meter tief in der Erde reichen. Eine entlang der statischen Erfordernisse ordentlich ausgeführte Fundamentierung ist für die weiteren Arbeiten und eine sichere Standfestigkeit der Turbine unumgänglich.
Nach dem Fundamentbau folgt die technische Abnahme, bevor mit dem Turmbau begonnen werden kann. - 4
Errichtung der Türme
Nach der technischen Abnahme des Fundaments kann mit dem Turmbau begonnen werden. Der untere Bereich bis ca. 90 Meter Höhe besteht aus Stahlbeton. Die Betonteile werden in Einzelsegmenten angeliefert und auf der Baustelle zu Kreissegmenten zusammengesetzt und aufeinandergestellt und verpresst. Der obere Bereich des Turms bis zur Nabenhöhe von 135 Metern besteht aus drei Stahlsegmenten, die für die Elastizität des Turms sorgen und helfen, Windturbulenzen auszugleichen.
Sind die Stahlsegmente installiert, wird die sogenannte Gondel installiert. Die Gondel inkl. Rotorblätter wiegt ca. 250 Tonnen. Die Gondel besteht im Wesentlichen aus dem Generator und der Rotornabe. An der Rotornabe werden die drei Rotorblätter angeflanscht. Jedes Rotorblatt wiegt ca. 21 Tonnen und besteht aus Glasfaserkunststoff. In der intensivsten Bauphase sind meist bis zu 60 Menschen gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt.
Wie groß ist das Fundament einer Windkraftanlage?
Das im Artikel beschriebene Fundament ist 2.000 Tonnen schwer und besteht aus rund 1.000 Kubikmetern Beton und rund 97 Tonnen Bewehrungsstahl. Es hat einen Durchmesser von 22 Metern und ist 3,5 Meter tief.
Welche Schwierigkeiten gibt es?

Trotz der enormen Massen und Abmessungen erfordert die Errichtung hohe Präzision. Der oder die Kranführer*in und das Installationsteam müssen beispielsweise die Rotorblätter millimetergenau in die Rotornabe „einfädeln“. Der oder die Kranführer*in hat die letzte Verantwortung darüber, ob am jeweiligen Tag Bauteile gehoben werden. Bei einer Windgeschwindigkeit von über 6 m/s wird aus Sicherheitsgründen beispielsweise die Installation von Rotorblättern eingestellt. Die Windangriffsfläche bei diesen sehr großen Bauteilen ist enorm.
Wie kommt der Strom ins Netz?

Sobald die Anlage fertig installiert ist, erfolgt der elektrische Anschluss der Windkraftanlage an die interne Windparkverkabelung. In der Folge beginnt die Inbetriebnahmephase inklusive umfassender Funktions- und Sicherheitstests. Ein Windrad, das sich eine Stunde lang bei Volllast dreht, deckt in etwa den Jahresenergiebedarf eines österreichischen Haushalts. Nach der Fertigstellung ist auch die regelmäßige Wartung des Windparks erforderlich.
Häufige Fragen zum Aufbau eines Windparks




